Fühlst du dich häufig erschöpft?
Möchtest du gerne kürzertreten, merkst aber, dass es irgendwie nicht funktioniert?
Spürst du weniger Lebensfreude als noch vor ein paar Jahren?
Mit diesem Gefühl bist du nicht allein.
Wir leben in einer Zeit, in der vieles gleichzeitig auf uns einprasselt: Sorgen um die Weltlage, die Beschleunigung durch Digitalisierung, der Anspruch, immer erreichbar, immer leistungsfähig, immer die beste Version unserer selbst zu sein. Jugendliche spüren den Druck, in der Schule, im Freundeskreis, mit dem eigenen Körper zu funktionieren. Eltern balancieren zwischen Beruf und Familie. Arbeitende hetzen von Aufgabe zu Aufgabe.
Dabei begleiten dich Gedanken wie: „Das muss noch erledigt werden“, „Es geht nicht anders“, „Wer soll es denn sonst machen?“
Vieles davon kommt von außen – und liegt nicht in unserer Hand. Umso wichtiger wäre es, dort, wo wir Spielraum haben, auf uns zu achten. Aber warum fällt uns das so schwer?
Ich glaube, die Antwort liegt häufig im Kontakt – also darin, wie wir uns in Beziehung zu uns selbst und zu anderen erleben. Tief in uns laufen oft Fragen wie diese, ohne dass wir sie je laut aussprechen würden:
Könnte mein Gegenüber mich negativ bewerten? Reiche ich aus, um dazuzugehören? Was denkt er oder sie gerade von mir? Kann ich es wagen, Grenzen zu zeigen – oder enttäusche ich dann? Kann ich das meinem Gegenüber noch aufbürden?
Diese Fragen lösen Angst aus. Und wir haben über die Jahre sehr gute Strategien entwickelt, um diese Angst nicht spüren zu müssen. Wir strengen uns an. Wir passen uns an. Wir sagen "das schaffe ich noch schnell", auch wenn wir längst leer sind. Es fühlt sich an, als gäbe es keine Alternative. Häufig ist es kein bewusster Gedanke, sondern ein fast automatischer innerer Impuls.
Was wäre, wenn du dir zuerst Zeit für dein Gefühl und dein Bedürfnis nimmst und dich dann deinem Gegenüber ehrlich mitteilst?
Du fragst nicht zuerst, was dein Gegenüber von dir denkt – sondern zuerst: Wie geht es mir gerade? Was brauche ich?
Ich bin überzeugt: Du bist liebenswert, so wie du bist. Nicht weil du funktionierst, sondern weil du da bist. Weil du dich zeigst. Du darfst müde sein und es sagen, wenn du etwas nicht schaffst.
Sind es nicht gerade die Menschen, die sich ehrlich und verletzlich zeigen, die wir wirklich gerne um uns haben? Ist das nicht, was echte Nähe ausmacht?
Und die Menschen, die uns bewerten, wenn wir mal nicht funktionieren – sind das wirklich die, denen wir uns so sehr anpassen möchten? Erschöpfung hat manchmal weniger mit zu viel Arbeit zu tun als mit zu wenig Kontakt – zu dir selbst, in ehrlichem Austausch mit anderen, zu deinen Bedürfnissen, zu dem, was dich wirklich ausmacht.
Juli 2026
